Willkommen zum 6. Reiseziel
Herzlich
Willkommen in Hamburg zu unserem 6. Reiseziel.
Wir
haben uns gedacht, nach der vielen Reiserei gönnen wir uns erstmal
eine kleine Auszeit, und haben uns deshalb zwei Tickets für das
Musical „König der Löwen“ gekauft.
Es.
War. Der. Wahnsinn.
Noch
vollkommen fasziniert schlendern wir nach der kurzen Überfahrt vom
Musical am Hafen entlang und treffen dort doch tatsächlich ein
bekanntes Gesicht.
Am
Elbufer steht Kerstin Ruhkieck und blickt aufs Wasser. Wir gesellen
uns zu ihr und nach einer überschwänglichen Begrüßung beschließen
wir, noch gemeinsam ein leckeres Fischbrötchen zu essen und es uns
auf der Hafenmauer gemütlich zu machen.
Wie
ihr sicher schon bemerkt habt, sind wir sehr neugierig und so können
wir uns auch diesmal die Fragerei nicht verkneifen.
- Bald schon erscheint der zweite Teil der „Forbidden-Touch“-Trilogie. Wie aufgeregt bist du?
Schon
ziemlich! Der erste Teil kam gut an, worüber ich mich wahnsinnig
freue, aber natürlich erhöht das auch den Druck. Wird den Lesern
der zweite Teil auch gefallen oder wird er sie enttäuschen, weil die
Erwartungen so hoch sind? Da bin ich natürlich schon sehr nervös.
- Uns würde brennend interessieren, was dich auf die Idee für die Trilogie gebracht hat?
Das
ist schwierig zu erklären. Wie bei allen Ideen fing es eher klein
an. Die Vorstellung, sich nicht berühren zu dürfen, fand ich sehr
spannend. Und dann gibt es ja noch diesen Spruch: „Er/Sie spielt
nicht in deiner Liga!“ Ich habe mich da immer gefragt, was das
eigentlich bedeuten soll, ob ernsthaft jemand der Ansicht sein kann,
ein Mensch sei zu gutaussehend für einen anderen. Das ist doch total
lächerlich! Und so ist die Idee entstanden.
- Gab es den einen Punkt beim Schreiben, bei dem du emotional völlig fertig warst, weil dich die Geschichte so mitgenommen hat?
Seltsamerweise
bin ich beim Schreiben eher distanziert, obwohl ich ganz tief in den
Figuren drinstecke. Klingt paradox, und erklären kann ich es auch
nicht, aber so ist es. Deswegen nehmen mich Szenen beim Schreiben
nicht so sehr mit, dafür aber beim ersten Mal lesen. Ich schreibe
gerade die letzten Seiten vom dritten und letzten Teil, mal sehen,
wie es mir damit ergeht. Denn es ist ja nicht nur der große
Höhepunkt, bei dem viel (Schlimmes) passiert, sondern es heißt dann
auch bald für mich Abschied nehmen von den Figuren, die ich
inzwischen so sehr liebe!
- War es denn schon immer dein Traum, zu schreiben? Oder wolltest du mal etwas anderes machen?
Nein,
ich wollte eigentlich nie etwas anderes machen. Ich habe sehr früh
erkannt, dass ich einfach nichts anderes kann ;) Vielleicht könnte
man mich noch auf einem Job als Lektorin festnageln, oder etwas beim
Film, und wenn es nur das Catering wäre. Aber ich denke, ich bleibe
beim Schreiben :D
- Gibt es denn ein Genre, an das du dich schreibtechnisch nie heranwagen würdest?
Ich
würde niemals einen historischen Roman schreiben! Ich konnte noch
nie etwas mit Geschichte anfangen, schon in der Schule nicht.
Außerdem bin ich ausgesprochen recherchefaul. Bei einigen Dingen
kann man Dr. Google fragen, das ist kein Problem, aber bei
historischen Sachverhalten muss man bei der Flut an Informationen im
Internet aufpassen, nichts Falsches zu schreiben. Da erschaffe ich
mir lieber meine eigenen Realitäten ;)
- Typische Schreibblockaden kennt sicher auch jeder, der schreibt. Wie gehst du damit um? Hast du irgendwelche besonderen Kniffe?
Also
wenn man Zeit hat und keinen Abgabetermin im Nacken hat, würde ich
tatsächlich raten, den Text einfach mal eine Weile ruhen zu lassen.
Darüber nachzudenken, was man mit der Geschichte sagen möchte,
vielleicht abends im Bett seine Geschichte „träumen“. Wenn
jedoch die Zeit drängt … Zähne zusammenbeißen und trotzdem
schreiben. Auch wenn es bloß Mist ist, den Text schön machen kann
man später immer noch.
- Wir sind ja auch beide grade an unseren ersten Schreibprojekten. Hättest du denn Einsteiger-Tipps für uns und andere Schreiberlinge da draußen?
Oh,
seid ihr? Viel Erfolg damit! Schreiben ist toll, oder?
Einsteiger-Tipps? Puh, das finde ich schwer. Eigentlich kann ich nur
den Tipp geben, immer weiterzumachen. Übung macht den Meister.
Klingt doof, ist aber so. Je mehr man schreibt, desto besser wird
man. Ich persönlich habe vor vielen Jahren ganz viele
Schreibratgeber gelesen. Natürlich halte ich mich nicht an alle
Tipps, aber einige Dinge blieben hängen und sind mir eine große
Hilfe, auch heute noch! Und noch etwas: Niemals die Logik einer
Geschichte aus den Augen verlieren. Sie ist der Kern, der aus dem
Inneren heraus alles zusammenhält.
- Jetzt wird’s privat: Wie sieht denn eigentlich ein typischer Tag im Leben von Kerstin aus?
Total
langweilig. Von außen betrachtet. Für mich total stressig. Ich
stehe morgens auf, meistens viel zu früh für meinen Geschmack, dann
verbringe ich den Vormittag auf dem Spielplatz. Nachmittage sind
individuell, aber generell ist mein Tag gefüllt mit Kinder füttern,
Kinder winkeln, Kinder bei Laune halten. Nein, ich bin nicht
Erzieherin, sondern Mutter. Abends, wenn die Zwei dann endlich
schlafen, kann ich endlich mit dem Schreiben anfangen, obwohl ich
mich eigentlich gern zu ihnen kuscheln und etwas von meinem
chronischen Schlafdefizit nachholen würde.
- Gibt es denn noch etwas Neues von dir, das wir uns mit in unseren Impress-Koffer packen können?
Ich bin seit 1 ½ Jahren
ausschließlich mit der Trilogie beschäftigt gewesen, deshalb gibt
es noch keinen neuen Pläne. Aber das wird dann als nächstes in
Angriff genommen!
Das
Fischbrötchen ist gegessen, unsere Neugier gestillt, jetzt lassen
wir den Abend noch mit einer gemütlichen Hafenrundfahrt ausklingen
und freuen uns gemeinsam mit euch auf das Reiseziel Nummer 7.
Aber natürlich haben wir euch noch was mitgebracht :) Es gibt wieder ein Gewinnspiel und ihr könnt das E-book "Wohin der Sommer uns trägt" gewinnen.
Beantwortet einfach die Gewinnspielfrage bei caras-bookish-paradise und springt so in den Lostopf.
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