- Im nächsten Jahr schon der dritte Teil der „In Between“-Trilogie. Wie aufgeregt bist du?
Ich freu mich riesig! Ich habe diesen
dritten Teil so gerne geschrieben und so viel Spaß dabei gehabt und
hoffe so sehr, dass er meinen Lesern genauso viel Spaß beim Lesen
macht. Letztes Jahr hätte ich nie vermutet, dass ich jetzt schon
mein drittes Buch herausbringen darf. Ich kann das auch ehrlich
gesagt immer noch nicht glauben alles. Es fühlt sich an wie ein
Traum.
- Uns würde brennend interessieren, was dich auf die Idee für die Trilogie gebracht hat?
Das erste, was entstanden ist, war die Welt
an sich. Wenn ich schreibe, habe ich immer zuerst eine Stimmung im
Kopf. So hatte ich diese Stimmung der Welt: düster, mystisch,
dunkel, gefährlich, geheimnisvoll. So entstanden die dunklen Wälder
mit unbekannten Wesen, die Überlebensregeln der Menschen und die
zwei Königreiche, die im Norden und Süden an das Land angrenzen.
Zunächst hatte Keylah keine Gabe und hieß Rania, aber so hat die
ganze Geschichte nicht funktioniert. Ich habe aber sowieso ein Faible
für außergewöhnliche Fähigkeiten und so wurde sehr schnell
Keylahs Gabe, Gefahr zu spüren, geboren – denn was könnte man in
einer gefährlichen Welt mehr gebrauchen als solch eine Gabe?
- Der Moment, als du erfahren hast, dass dein Debüt auf dem zweiten Platz vom Wettbewerb ist. Beschreibe diesen mit drei Worten.
Surreal,
Unvergesslich, wahrgewordener Traum
- Gab es den einen Punkt beim Schreiben, bei dem du emotional völlig fertig warst, weil dich die Geschichte so mitgenommen hat?
In
dieser Geschichte gibt es viele Momente, die mich sehr mitnehmen,
sehr berühren und bei denen ich immer wieder, wenn ich sie lese,
Tränen in den Augen habe. In diesem Buch steckt sehr viel von mir
drin und ich habe die Geschichte viele Jahre mit mir „herumgetragen“.
Es gibt etliche Keylah-Deven-Momente, die mich sehr berühren (z.B.
der Moment, in dem Deven vor Trauer zusammen bricht ...). Aber auch
der Showdown und der Moment, in dem eben jene Person stirbt, von der
man es nicht erwartet hatte, treiben mir jedes Mal aufs Neue die
Tränen in die Augen.
- War es denn schon immer dein Traum, zu schreiben? Oder wolltest du mal etwas anderes machen?
Seltsamerweise war es schon immer mein Traum
– ohne dass ich je geschrieben hätte. Ich habe schon immer gesagt:
irgendwann schreibe ich mal ein Buch. Doch ich habe selber nie viel
gelesen und auch nicht geschrieben. Allerdings habe ich mir als Kind
schon Geschichten ausgedacht (ohne sie aufzuschreiben), die ich dann
meiner Schwester erzählt habe. Als Jugendliche habe ich dann lange
und intensiv Tagebucht geführt, aber nicht so in der Art „Liebes
Tagebuch, heute war ein schöner Tag“, sondern im Prinzip in der
Art, wie ich auch in meinem Buch die Stimmungen beschreibe. Als ich
dann ENDLICH 2012 angefangen habe, Fantasy zu lesen und ein
leidenschaftlicher Leser wurde, wurde ich auch sofort zu einem
leidenschaftlichen Schreiber.
In früheren Jahren war mein Traum, etwas mit Musik zu machen. Aber für meinen Traum, Filmmusik zu machen, hat es dann doch nicht gereicht.
In früheren Jahren war mein Traum, etwas mit Musik zu machen. Aber für meinen Traum, Filmmusik zu machen, hat es dann doch nicht gereicht.
- Gibt es denn ein Genre, an das du dich schreibtechnisch nie heranwagen würdest?
Ein realistisches Drama, bei dem es um Schicksalschläge
geht, menschliche Dramen und Verluste, bei denen Menschen (oder noch
schlimmer) Kinder leiden, würde mir nie nie nie in den Sinn kommen
zu schreiben. Eigentlich brauche ich keine Realität in Büchern. Die
habe ich im realen Leben schon genug.
- Jetzt
wird’s privat: Wie sieht denn eigentlich ein typischer Tag im
Leben von Kathrin aus?Ein typischer Tag beginnt natürlich mit den Kindern. Wenn die in Schule und Kindergarten sind, geht mein „Schreibtag“ los. Erst checke ich Mails und Facebook, beantworte Nachrichten und Beiträge und dann wird der erste Teil meines Schreibpensums bearbeitet an dem jeweils aktuellen Projekt. Meistens gehe ich am Spätvormittag dann nochmal eine Runde in den Wald, um den Kopf frei zu kriegen und Ideen zu sammeln. Dann wird das jüngste Kind vom Kindergarten abgeholt, eingekauft und gekocht, bis die Jungs aus der Schule kommen. Dann sind Hausaufgaben und Spiele dran. Bei meinem Nachmittagskaffee habe ich dann nochmal eine Zeit, in der ich mich meinem aktuellen Schreibprojekt widme (meistens mit Kopfhörern und Musik, damit ich die Welt um mich herum „ausschalten“ kann). Der Rest des Nachmittags ist gefüllt mit Spielen, Spielplatzbesuchen, einkaufen, Wäsche ... was eben alles so gemacht werden muss. Nach Abendessen und baden bringe ich dann die Kinder ins Bett und habe meistens so ab 20.30 Uhr wieder die Zeit erneut FB zu checken und solange zu schreiben, bis ich mein tägliches Schreibpensum erfüllt habe. Dann falle ich ins Bett ...
Das hört sich vielleicht stressig an, ist es auch, aber ganz ehrlich: ich liebe es!!- Wenn du einen Moment in diesem Jahr noch einmal erleben könntest, welcher würde es sein?
Dieses Jahr war so voll mit schönen Momenten, dass es wirklich schwer fällt, da einen herauszupicken. Ein irre schöner Moment war, als ich kurz nach Veröffentlichung des ersten Buches erfahren habe, dass es so gut ankommt, dass sie mein zweites Buch auch unter Vertrag nehmen. Das war Wahnsinn. Genauso krass war es, zu erfahren, dass tatsächlich ein Traum wahr wird und In Between als Taschenbuch erscheinen wird. Unglaublich!!
Aber eine wirklich gigantisch schöne Zeit war für mich die Frankfurter Buchmesse. Menschen zu treffen mit dem gleichen Ziel, de gleichen Leidenschaft, der gleichen irren Art – die sofort von Freunden zur Familie im Herzen wurden.Danke Kathrin für deine ehrlichen und wunderschönen Antworten. Wir wünschen dir für das kommende Jahr alles alles Gute und das wir uns sehr bald wieder in die Arme schließen können.









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